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  • Bernhard Pohlhammer

KI und die Angst Ihrer MitarbeiterInnen davor:

Aktualisiert: 23. Jan.

Die Artikel über generative KI überschlagen sich mit Ankündigungen, was alles gehen wird und wer was auf den Markt bringt. Davor schrieb man eher von der Angst um den Arbeitsplatz, der durch KI obsolet wird. Mittlerweile weiss man, dass KI eine Unterstützung für viele Menschen darstellt und nicht alle angekündigten Jobs verloren gehen, aber unser Gehirn bewertet die erstgenannten Beiträge dazu weitaus höher und so verfestigt sich bei vielen menschen eine diffuse Angst davor. Und schon bin ich bereits bei einem für unser menschliches Gehirn sehr relevanten Bereich.

Angst vor KI!

ALs ich diesen Artikel das erste Mal schrieb, ließ ich Chat GPT eine Einschätzung dazu schreiben und kommentierte diese dann im Anschluß. Diesmal verzichte ich bewußt auf diesen etwas ranzigen Gag und schreib lieber selber, weil die Datenbasis für dieses Thema und KI nicht ausreicht, um irgend etwas Sinnvolles daraus ableiten zu können.

Mittlerweile wissen wir auch, dass Generative KI Fehler macht, ob falsche Informationen, die uns geliefert werden, oder Sexismus, Rassismus, ... Dies beruhigt viele Menschen zumindest vorübergehend, aber das Thema poppt in fast jedem Betrieb und fast jeder Organisation auf und so verfestigt sich diese Angst immer mehr.

Angst allgemein, löst in unserem Gehirn zahlreiche und komplexe emotionale und auch hormonelle Abläufe aus, die im Gehirn durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt werden. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert und setzt Adrenalin und Cortisol frei. Diese Hormone lösen eine von mir schon öfter zitierte Reaktion aus: Kampf oder Flucht, um uns auf die Bedrohungslage vorbereitet zu sein. Die Amygdala ist, wie in anderen Blogbeiträgen von mir beschrieben, für die Verarbeitung von Emotionen zuständig und reagiert binnen ca. 50 Millisekunden auf den Angstreiz. Auch Neurotransmitter spielen bei dieser Situation eine sehr wichtige Rolle. Durch diese physiologischen Reaktionen denkt unser Gehirn eben nur in diesen sehr einfachen Bahnen. Flucht, oder Angriff eben und blendet weitere Möglichkeiten völlig aus. Wir können rein physiologisch solchen Situationen nicht ausweichen, so funktionieren wir in Angstsituationen, auch wenn dies sicherlich nicht im Sinnen Ihres Unternehmens sein wird, weil das kreative Denken für das Gelingen der Arbeit so eminent wichtig ist und KI dies nur in einem eingeschränkten Spektrum ermöglichen kann.

Nehmen Sie Ihren MItarbeiterInnen die Angst davor! Wie: durch ehrliche und offene Kommunikation einerseits und durch Klarstellung der Situation andererseits. Arbeit nach Vorschrift und Absprung bei der ersten Gelegenheit sind sicherlich nicht wünschenswert. Auch Krankenstände und Arbeitsunfälle mehren sich, Fehler häufen sich, inneres Kündigen manifestiert sich, Aussichtslosigkeit macht sich breit und so entwickelt sich eine Abwärtsspirale, die individuell schon sehr gefährlich ist, aber sofern diese auch andere MitarbeiterInnen ansteckt, ein sehr hohes Risiko für Ihr Unternehmen darstellt, um es rein auf diese unternehmerische Dimension herunter zu brechen. Derartige Berichte darüber sind ansteckend und können enorme Dimensionen annehmen. Die Horrorszenarien ließen sich weiter anführen und eventuell nehme ich hier eine Entwicklung vorweg, die erst in einem Jahr, oder später wirklich manifest sein wird, aber gerade darum ist es so wichtig, genau jetzt daran zu denken und Strategien zu entwickeln, um einem derartigen Gau vorzubeugen.

Tatsächlich ist es wohl so, dass repetitive Aufgaben, je nach Arbeit, von KI und Robotern schon zum Teil heute besser und schneller ausgeführt werden können, als von uns Menschen. Bei kreativen Aufgaben sieht die Situation schon anders aus. KI ist nur so gut, wie es gefüttert wird und kann selbst nicht schöpfen, aber extrapolieren aufgrund der Informationen, die eingegeben wurden und aus diesen Erfahrungen lernen. Dies bedeutet, dass KI sehr wohl in der Lage ist Neues zu entwickeln, weil wir eben nicht immer alle Chancen, die vorhanden sind effizient nutzen, was der KI durch Big Data durchaus gelingen kann. Wirklich Neues aber kann sie nicht erschaffen, weil dazu die Datenbasis nicht ausreicht und auch nicht deren Technik dafür geeignet wäre. Hier ist der Mensch und bleibt der Mensch wichtig. Dies ergibt sich aus der reinen Logik, dass eine Maschine, die auf dem Prinzip 0 und 1 besteht, lediglich in der Lage ist logisch daraus Ergebnisse zu erzielen. Auch wenn die KI sich ja durch ihr eigenständiges Lernen gerade definiert, so kann sie nur aus dem Futter, maximal aus Big Data, Schlüsse ziehen. Komplexer wird es natürlich mit Quantencomputern, die mit mehr als nur 0 und 1 arbeiten, aber diese stecken noch in den Kinderschuhen und auch diese werden uns nicht ablösen. Geistesblitze, wie das Grundmotiv der 5. Symphonie von Beethoven, … oder Marcel Duchamps Flaschentrockner, … sind davon ausgeschlossen. Man muss in der Trickkiste der Vergangenheit nicht auf diese außergewöhnlichen Leistungen zurückgreifen, wie ich dies gerade tat. Es reichen schon alltäglichere und eben nicht rein aus der Logik entstandene Kreativitäten, um uns Menschen sinnhaft in der Arbeitswelt zu erhalten, aber die beiden Beispiele sollen es verdeutlichen. SUV wären für KI undenkbare Fahrzeuge, da diese einer sehr emotionalen Grundidee entspringen und logisch gedacht, kaum Sinn ergäben. Kreativität ist also ein Aspekt, den wir Menschen weiterhin einbringen werden, nur wird dies wahrscheinlich nicht alle ArbeitnehmerInnen in gleicher Art und Weise betreffen. Dafür gibt es aber einen weiteren Punkt, bei welchen wir enorme Vorzüge gegenüber der KI besitzen: die emotionale Komponente. Zum Beispiel die Schnittstelle zwischen Menschen, da wir Bedürfnisse haben und Maschinen, sehr wenige außer Wartung, Strom, Schutz, … sind wir gemäß unserer ökonomischen Strukturen, diejenigen die konsumieren und so den Wirtschaftsmotor am Laufen halten. Sprich, ohne Menschen, eigentlich keine funktionierende Wirtschaft und ohne Wirtschaft keine KI. Bedürfnisse sind nur eine Komponente die uns extrem emotionale Wesen von der KI unterscheidet. So kann KI zwar recht gut erkennen, ob eine Person lügt, oder nicht, aber sie kann mit Ironie, oder gar Sarkasmus nicht umgehen und die Deutung von kulturellen Bedingungen, die wir Menschen immer wieder neu definieren, kann sie ebenso wenig deuten. Derer Beispiele gäbe es viele, warum der Mensch mit dem Menschen immer noch arbeiten wird, vor allem, wenn wir so vernünftig sein werden und die Kontrolle über diese Maschinen bewahren werden, was leider noch nicht ausgemacht ist, auch wenn die EU sich einer guten Regelung zum Thema KI brüstet. Seither zeigen sich viele Anwendungsfälle, die davon nicht betroffen sein werden und noch dazu stehen wir ja nicht allein auf der Welt da, in despotischen Ländern, könnte KI sehr wohl gefährlichere Anwendungen finden und etablieren.

Aber es geht mir in dem Artikel nicht nur um eine Beschreibung was KI kann, oder eben nicht, sondern was man gegen diese Angst der MitarbeiterInnen tun kann. Sicherheit ist hier die platte Antwort, die ich gleich etwas ausführen möchte.

Angst vor dem Jobverlust, der Sinnlosigkeit des eigenen Daseins, … kann man als Unternehmen sehr wohl entgegenwirken. Oben hab ich dies ein wenig angerissen, aber hier folgt die genauere Vorgangsweise, wie wir Menschen Vertrauen wieder bilden können und Angst abbauen:

1. Transparente Kommunikation zu dem Thema und überhaupt und vor allem jetzt, bevor diese teilweise noch nicht ausgeuferte Angst überhandnimmt. Verbindliche Erklärungen zur Arbeitsplatzsicherheit glaubhaft abgeben und dies positiv und nicht durch den Teufel an die Wand malen. Dies nicht nur einmal, sondern immer wieder in Gespräche einflechten lassen und eher die gute Zusammenarbeit der KI mit den Mitarbeiterschaft hervorheben. Dies natürlich nur dann, wenn die KI nicht tatsächlich MitarbeiterInnen ablösen wird.

2. Zukunftsvisionen: wie wird es in 3, 5, oder 7 und eventuell weiteren Jahren sich die Zusammenarbeit mit der KI entwickeln? Natürlich immer unter der Maßgabe, die Zukunft nicht zu kennen und eben die bereits oben genannten Stärken und Chancen der Menschheit hervor zu heben.

3. Unsicherheiten beseitigen: diese manchmal auch strukturellen Unsicherheiten durchleuchten und positiv kommunizierend beseitigen. Das weltweite Umfeld ist insbesondere jetzt mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet, ob es die Lieferkette ist, oder die Inflation, … da ist der interne Zusammenschluss eine Chance, die sich auch in weniger unsicheren Zeiten bewähren wird und resistenter gegen Fluktuation und eben Angst wirkt.

4. WirGefühl stärken: Je klarer die Arbeitgebermarke nach Innen, wie nach Außen wirkt, desto schwerer wird und werden sich Anflüge dieser so verheerenden Angst tun. Dafür braucht es eine entsprechende Strategie, klar und nachvollziehbar und Maßnahmen, die ehrlich und wertschätzend MitarbeiterInnen an Sie binden. Ob bei am Job interessierten Personen, beim Onboarding, oder bei der täglichen Arbeit. Fördern Sie Ihre MitarbeiterInnen durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen, die nicht nur den direkten Job betreffen, sondern die Entwicklung hinsichtlich der oben genannten Unterscheidungsmerkmale zur KI in den Vordergrund stellen. Oft ist auch eine andere Organisations- und Führungskultur davon betroffen, die diesen Anforderungen entgegen kommen sollte.

5. Auf emotionale Trigger achten: Vermeiden Sie Angstpunkte (Trigger), die Angst auslösen, oder verstärken können. Dies insbesondere durch die Sprache und Wortwahl, schlicht gesamte Kommunikation (auch Metakommunikation) die ich in manchen Unternehmen und Abteilungen als nicht sonderlich förderlich vorgefunden habe. Da nur ca. 10 - 20 % einer Botschaft den eigentliche Inhalt ausmacht, sollten Sie sehr genau auch auf alle anderen Bestandteile der Kommunikation achten, egal ob es sich um ein virtuelles, oder persönliches Gespräch, … handelt. Positiv emotionale Trigger setzen, um Menschen zu loben und zu unterstützen. Als jemand, der wie ich auf neurowissenschaftlicher Basis arbeitet, ist bewusste Emotionalität ohnehin die weitaus wichtigste Komponente der Zusammenarbeit. Erinnern Sie sich an meine vielfach zitierten Aussagen, wie: „ ca. 50 Millisekunden für jede Entscheidung, die wir egal in welchem Zusammenhang treffen, bevor wir diese durch das Großhirn rechtfertigen“, oder „dass unsere Entscheidungen zu mindestens 90% emotional getroffen werden, auch im beruflichen Kontext“, …

Wenn Sie mit Menschen so kommunizieren, dass diese sich dadurch besser fühlen, beugen Sie Angst vor und schaffen ein gutes Klima, in welchem Kreativität und ein WirGefühl stattfinden werden.

6. Externe Angst befördernde Einflüsse rechtzeitig erkennen

und vorwegnehmen, oder zumindest diese so rasch wie möglich, ansprechen und diesen die emotionale Schärfe nehmen, sofern dies natürlich möglich ist.

Selbstverständlich gäbe es noch weitere Punkte, die ich hier anführen könnte, aber dieser Artikel sollte Sie bezüglich der aktuellen Situation für das Thema sensibilisieren.

Für weitere Fragen und Anregungen freue ich mich unter: bp@fluxuscon.com


Dieses Bild wurde mit Stable Diffusion Online (KI) und durch den Begriff MUT generiert!

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